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Russia & People – ein Interview mit Yulia Linyaeva

Am 7. August 2008 fand im Xi-Cafe & Bar eine Fotoausstellung – mit der Unterstützung des Vereins Vienna Review – von Yulia Linyaeva statt. Die junge Photographin stammt aus einer Künstlerfamilie in Norilsk (Russland) und studierte Design auf der Universität in Tula.

Pressinfo.at hat diese aufstrebende Künstlerin zu einem kurzen Interview eingeladen.

 

 

JM: Was finden Sie so interessant an Fotografie? Was fasziniert Sie denn besonders bei dieser Form der Kunst?

Yulia Linyaeva: Ich habe mich bereits in Zeichnen, angewandter Kunst und Design versucht, doch dies alles brachte mich zur Fotografie. Ich denke, der Grund hierfür ist, dass all diese Kunstformen in Fotografie vereint werden. Gerade deshalb bietet das Fotografieren viel mehr Möglichkeiten der Selbstverwirklichung und -darstellung.

Inspiration ist im Grunde die Welt um mich: das Treffen kreativer Menschen, welche mich in meiner Entwicklung unterstützen, neue Städte, neue Länder, neue Emotionen und natürlich moderne Technologie.

 

JM: Was bevorzugen Sie: digitale oder analoge Fotografie? Warum bevorzugen Sie die eine oder andere?

Yulia Linyaeva:  Meinen Vorzug gebe ich der digitalen Technik. Ich habe das Zeitalter der analogen Fotografie verpasst, daher habe ich kaum Erfahrung mit Fotografieren auf Zelluloid. Meiner Meinung nach, gibt die digitale Technik mehr Raum für Möglichkeiten.

Darüber hinaus, ist es wesentlich günstiger als früher mit Filmen. Auch die Menge der Fotos ist dank digitaler Speichermedien stark angestiegen. Eine größere Auswahl an Material ermöglicht eine bessere Auswahl von passenden Fotos in benötigter Qualität. Des Weiteren, benötigt analoge Fotografie viel mehr Zeit in der Ausarbeitung, was im Fall von Fotoreportagen, wo es auf Zeit ankommt, ein großer Nachteil ist.

Natürlich hat die althergebrachte Fototechnik ihren Charme: der Aufwand und die Kunst einen Augenblick optimal zu bannen, unter der Berücksichtigung eines in seinem mengenmäßig beschränkteren Fassungsvermögens des Films.

 

JM: Welche Kameras und Ausrüstung benützten Sie?

Yulia Linyaeva:  Ich verwendete die russische Zenit 312-M. Mit dieser Kamera machte ich meine ersten erfolgreichen und -losen Schnappschüsse, als ich begonnen habe mich für Fotografie zu interessieren.

 

JM: Welches Genre bevorzugen Sie und warum?

Yulia Linyaeva:  Ich bevorzuge kein Genre. Ich bevorzuge Portaits, wenn möglich, von Kindern. Kinder sind eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration und Möglichkeiten. Ihre Verfassung und Emotionen können sich binnen weniger Momente ändern. Es ist daher möglich in kurzer Zeit verschiedene Zustände von Kindern und deren Emotionen zu erfassen.

Mich interessiert auch Kunstfotografie, obwohl mich Portraits mehr ansprechen, da mich das Festhalten von Emotionen, Launen und Menschen interessiert.

 

JM: Was hat Sie interessiert, bevor Sie sich auf Fotografieren konzentriert haben? Können Sie erzählen, warum Sie diese Kunstformen beschäftigt haben und warum Sie sich schlussendlich davon abgewandt haben?

Yulia Linyaeva:  Meine Großmutter war (Kunst-) Malerin und Ihre Werke waren inspirierend für mich. Ich wollte immer malen, und ich malte auch viel. Meine Ausbildung begann in einer Schule mit künstlerischem Schwerpunkt, dann studierte ich auf dem College für Angewandte Kunst in Norlisk. Mein Ausbildungsschwerpunkt war „Master – wood and bone – Carver“. Ich war gut und erfolgreich darin und wollte dem mein Leben widmen. Aber etwas fehlte. Von 2002 bis 2008, habe ich auf der Universität von Tula Design studiert. Ich arbeitete auch als Designerin und versuchte mich im Illustrieren. Gleichzeitig habe ich mit der Fotografie begonnen und verstand, dass ich mich in dieser Kunstform wiederfand. Ich habe mich nie vom Design distanziert, weil ich es oft in Kunstfotografie, Privataufträgen verwende. Manchmal zeichne ich für mich, meine Freunde und selten zeichne ich für den Verkauf.

 

VR: Während Sie darstellen, bevorzugen Sie Grafikprogramme oder zeichnen Sie lieber mit der Hand?

Yulia Linyaeva:  Ich bevorzuge beide Varianten. Meistens beginne ich auf Papier, dann arbeite ich jedoch mit einem Grafikprogramm. Heutzutage haben wir viele Möglichkeiten Bilder zu digitalisieren und zu kreieren. Ich verwende Adobe Photoshop und ein Grafiktablett von Wacom, was mir das direkte Zeichnen mit der Hand am Computer ermöglicht. Manchmal scanne ich gezeichnete Bilder, wenn dies die Situation erfordert.

 

JM: Welche Technik der Darstellung mögen Sie? Welchen Stil bevorzugen Sie?

Yulia Linyaeva:  Als Technik mag ich die Computer-Collage am meisten. Davor bevorzugte ich den Trash oder Babytrash, aber jetzt kam ich ab davon, denn ich entwickle meinen eigenen Stil.

 

JM: Welchen Eindruck vermittelt Ihnen unser Land? Was finden Sie bei uns als Fotografin besonders interessant?

Yulia Linyaeva:  Dank Vienna Review hatte ich die Möglichkeit Österreich zu besuchen und die österreichische Kultur näher kennen zu lernen. Österreicher sind sehr nette, kreative und an Kunst interessierte Leute. Ich bin sehr froh, von ihren Landsleuten so freundlich akzeptiert worden zu sein. Mein Eindruck von Ihrem Land ist durchwegs positiv. Am meisten mochte ich Kärnten. Das ehren der Traditionen und der Kultur Österreichs ist nirgends so präsent wie dort. Die Gegend ist nicht so von der modernen Welt beeinflusst; ein ruhiger und stiller Ort, der inspiriert und zur Arbeit anregt.

 

JM: Wie sind die Aussichten in Russland als Fotograf? Wie ist Ihre Meinung zur russischen Fotoszene?

Yulia Linyaeva:  In Russland ist es schwierig auf dem Markt Fuß zu Fassen und sich zu entwickeln. Der Grund ist die große Zahl an Konkurrenz. Der russische Markt beginnt sich zu Formen, daher ist alles etwas chaotisch. Aber der Fortschritt in der Fotografie und im Design ist schnell und ich denke, dass sich Russland in naher Zukunft als würdiger Konkurrent auf dem Weltmarkt etablieren wird. Im Moment ist Fotografie, wegen ihrer geringen Nachfrage und Popularität, nicht so prestigeträchtig wie andere Arten der unabhängigen russischen Kunst.

 

JM: Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Yulia Linyaeva: Jetzt bin ich erst am Anfang eines langen Weges, welchen ich gehen muss, um mich als Fotografin zu perfektionieren und zu entwickeln.

 

JM: Vielen Dank für das Interview und noch weiterhin viel Erfolg!

 

 

Mehr Infos gibt es über Yulia Linyaeva auf Ihrer Website !


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